Sandkruger Douglasien werden Teil eines Kunstobjekts auf der Insel Juist
Sandkrug - Vier ausgesuchte, stattliche Douglasien ließ Revierförster Karl-Heinz Pelster vorige Woche im Landeswald in Hatterwüsting fällen. Die Nadelholzstämme sollen nach weiterer Bearbeitung ihre Reise auf die Nordseeinsel Juist antreten. Dort entsteht als neuer Anziehungspunkt für Kurgäste und Insulaner das Gesamtkunstwerk "Otto-Leege-Lehrpfad". Die Sandkruger Hölzer werden das Portal dieses ökologisch-künstlerischen Lehrpfads bilden. Das Konzept für dieses Kunstwerk geht aus einem Internetwettbewerb hervor, der vom Otto Leege Institut 2007/2008 ausgeschrieben worden war.Die Sieger des Wettbewerbs ermittelte eine Jury, der u. a. mehrere Oldenburger angehörten, wie Prof. Dr. Peter Janiesch, Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und Dr. Dirk Wübben. Den mit 5.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt die Oldenburgerin Elke Freese. Die konzeptionellen und planerischen Vorarbeiten sind soweit abgeschlossen, dass mit dem Bau des Inselpfades begonnen werden kann. Die Projektleitung hat der Sandhatter Bildhauer Dipl. Ing. Bernd F. K. Bunk inne. Als Vorstand des Otto Leege Instituts sind ihm wesentliche Entwicklungsansätze des Projektes zu verdanken. Bernd F. K. Bunk hat 30 Jahre auf Juist gelebt und sich in dieser Zeit viel mit der Fauna, Flora und Geologie der Insel beschäftigt. Bunk setzte sich dafür ein, dass dem an der Küste noch gut bekannten Natur- und Heimatforscher Dr. Otto Leege (1862 - 1951), ehemals Lehrer auf Juist, eine besondere Würdigung im Rahmen dieses Projektes zuteil werden konnte.

"Die Douglasien hatten Bernd Bunk und ich den künstlerischen Vorgaben entsprechend gezielt ausgesucht", berichtet Revierförster Pelster. Der Ahlhorner Forstwirtschafts-meister Hubert Krogmann brachte mit seiner Motorsäge alle vier Exemplare sorgsam zu Boden. Sie werden nun wie von der Natur geformt in traditioneller Zimmermannskunst bearbeitet und auf der Insel Juist zu einem 5 Meter hohen und 5 Meter breiten Ehrentor zusammengefügt. Eine Arbeit, die sich die Zimmerleute Carsten Brüning und Thorsten Himmelmann angenommen haben.

Weitere Informationen unter:
www.otto-leege-lehrpfad.de
www.landesforsten.de
Tagung der Entwicklungsgruppe "Otto-Leege-Pfad" auf Juist
Die Personen der Entwicklungsstufe bestand nicht nur aus der Wettbewerbsgewinnerin Elke Freese aus Oldenburg, sondern auch aus den anderen fünf Preisträgern, der Jury, dem Vorstand vom Otto-Leege-Institut und dem Leiter vom Juister Nationalparkhaus. Die Gruppe hat das Konzept nochmals aufgearbeitet, Verbesserungen einfließen lassen, die praktische Machbarkeit geprüft und damit die Realisation des Projektes vorbereitet. Zumeist hatte man sich in den Räumen der Universität Oldenburg getroffen. Wie Bernd Bunk, Vorsitzender des Otto-Leege-Instituts, in einem Pressegespräch erläuterte, habe man außerordentlich produktiv gearbeitet.
Jetzt sei man in der Phase, wo die entsprechenden Baugenehmigungen eingeholt und die Statiken erstellt werden. Bunk, der viele Jahre auf Juist gelebt hatte, rechnet mit einer rund viermonatigen Bauzeit; als Baubeginn sei der November oder Dezember vorgesehen. Im Mai 2009, also genau ein Jahr nach dem Ende des Wettbewerbes, soll der Lehrpfad dann eingeweiht werden.
Bei der Abschlusskonferenz im Juister Dorfgemeinschaftshaus waren auch die Zimmerleute dabei, die das Projekt praktisch umsetzen sollen. Unter anderem muss ein rund 120 Meter langer Holzweg erbaut werden, der behindertengerecht gestaltet wird. Auch Vertreter der Waldorfschule Wetterau in Bad Nauheim waren zugegen. Dort gibt es eine "Projektgruppe Schreinern", die 22 Steckstühle erstellen und mit kunstvollen Reliefs versehen will. Auch fand eine Begehung vor Ort statt, wo noch viele Ideen und Anregungen zusammen getragen wurden. Hier entstanden auch unsere Fotos, unter anderem probiert Hilta Depser-Moritz einen hölzernen Steckstuhl aus.
Fotos: B. Bunk